Zsuzsanna Gahse

Zsuzsanna Gahse, geboren 1946 in Budapest. Ihre literarische Arbeit bewegt sich zwischen Prosa und Lyrik, zwischen erzählerischen und szenischen Texten. Es liegen von ihr mehr als dreissig Buchpublikationen vor. 2019 hat sie den Schweizer Grand Prix Literatur erhalten.

Bergisch, teils farblos
Bergisch, teils farblos
Zsuzsanna Gahse
2021, Edition Korrespondenzen

Die 75-jährige, aus Budapest stammende und seit Langem in der Schweiz tätige Schriftstellerin und Übersetzerin ist eine blitzgescheite und witzige Sprachkünstlerin. Das beweist sie auch in ihrem neuen Buch, in dem sie sich in kurzen Notaten den Widersprüchen der Bergwelt nähert: Diese ist bedrohlich und verlockend, Ferien- und Jagdgebiet. Auf Wanderungen, in Berghütten und Hotels notiert die Autorin ihre Eindrücke; mit ihren Gefährten entwickelt sie ein begehbares Tagebuch.

«Die Berge gehen langsam in die Knie, selbst die Dreitausender und Zweitausender sinken nieder, gehen in die Knie, und bei diesem Vorgang schlagen sie zu. Das Knistern und Knirschen in den Felshängen wird in einem fahrenden Auto kaum jemand wahrnehmen, nehme ich an, aber plötzlich trifft ein stürzendes Steingebilde das Autodach, unter dem ich nach einem kurzen, heftigen Schrecken plattgedrückt liege.»

FR   10:00–10:45
Zsuzsanna Gahse
Lesung und Gespräch
Landhaussaal