Eva Maria Leuenberger

Eva Maria Leuenberger, geboren 1991. Sie ist zweifache Finalistin des open mike in Berlin. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter das «Weiterschreiben»-Stipendium der Stadt Bern, den Basler Lyrikpreis sowie einen Literaturpreis des Kanton Berns.

 

kyung
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Eva Maria Leuenberger
2021, Droschl

In ihrem Zweitling setzt sich Leuenberger mit der New Yorker Künstlerin Theresa Hak Kyung Cha auseinander. Kurz vor ihrer Ermordung hatte diese ihr erstes Buch veröffentlicht. Darin schreibt sie über Sprache, Sprachlosigkeit, Körper, Leere, Grenzen sowie familiäre und künstlerische Kontinuitäten und Korrespondenzen. Fragmente daraus sind im Text eingewoben. Entstanden ist ein lyrischer Text von grosser Intensität, der Genregrenzen überschreitet und raum-zeitliche Koordinaten verschiebt.

«du träumst.

du träumst von einem körper, der sich über dich legt. du träumst von einem körper, der dich verschluckt, aufsaugt, auseinandernimmt. du träumst von händen um den hals, den wölfen im dickicht. hier ist der tiefste punkt der nacht. du wachst auf und liegst außerhalb deines körpers. da, die sporen, in der haut, die zweifel, über jahre im nebel und meilenweite straßen aus haut- landschaften aus leere, löcher und löcher, meilenweit – niemand weiß, woher sie kommen. das haus bleibt dunkel, paratext der nacht.»

FR   14:00–14:45
Eva Maria Leuenberger
Lesung und Gespräch
Kino im Uferbau
SA   11:00–11:45
Achtung, Lyrik!
Podiumsdiskussion
Theatersaal